Es ist kein Geheimnis mehr, dass Pillen zu unserem täglichen Speiseplan gehören. Es beginnt bei einfachen Vitaminpillen und sonstigen Nahrungsergänzungsmittel und geht bis zu Pillen gegen das Hungergefühl oder sonstige Gefühle. Es scheint so, als könnten wir alles, was uns nicht passt, einfach mit Pillen wegzaubern. Allergien, Fettpölsterchen, Schlaflosigkeit, sogar schlechte Laune und sonstige uns unpassend erscheinende Gefühle können mit Hilfe von Pillen einfach in Luft aufgelöst werden. Aber ist das alles wirklich so einfach wie wir denken? Entstehen nicht noch mehr Probleme durch diese Pillen, eventuell eine Abhängigkeit? Oder sollen wir der Pharmaindustrie und ihren raffinierten Pillen danken?
Ich denke, es ist gut, dass uns all diese Pillen und Pülverchen gegen die verschiedensten Krankheiten und Mängel zur Verfügung stehen. Somit haben Menschen, die wirklich Hilfe wie zum Beispiel mit ihrem Übergewicht oder ihren Stimmungsschwankungen brauchen, die Möglichkeit, diese zu bekommen. In der heutigen Welt gibt es so viele neue Krankheiten, besonders auf dem Gebiet der Psyche, dass es eine ganze normale Entwicklung ist, dass die Medizin etwas dagegen unternimmt.
Es ist leider so, dass man sich in der heutigen Arbeitswelt kein Kranksein und keine Ruhephasen mehr leisten kann. Unser Leben ist viel schneller und stressiger als früher. Daher auch die vielen psychischen Krankheiten und der Wunsch nach schneller Behandlung. Psychologen werden durch Pillen ersetzt. Statt den Problemen mit einem gewissen Maß an Zeitaufwand auf den Grund zu gehen, werden sie verdrängt, denn dies kostet weniger Zeit. Es ist erstaunlich, was man alles mit Pillen behandeln kann. Gefühle und natürliche Reaktionen des Körpers werden plötzlich als Krankheit bezeichnet und mit Hilfe von Pillen geheilt.
Ich denke, in manchen Fällen sind Pillen vorübergehend eine ganz gute Lösung, aber bestimmt nicht auf Dauer. Das Problem ist, dass die Menschen zu wenig Eigenverantwortung übernehmen. Die Pillen werden vom Staat nicht verboten, also kann ich sie unbesorgt einnehmen. Und selbst wenn sie verboten sind, was soll´s? Ich habe keine Schmerzen durch deren Einnahme bekommen, also schaden sie auch meinem Körper nicht.
Aber so dürfen wir nicht denken! Die Pillen verändern etwas in unserem Inneren. Sie können bewusst oder unbewusst Einfluss auf die Psyche und/oder den Stoffwechsel haben. Und wenn wir einmal tatsächlich anfangen Schmerzen zu spüren, so ist es bereits zu spät. Die Pharmaindustrie sollte mehr Aufklärungsarbeit betreiben. Ebenfalls sollte jeder Käufer vor dem Kauf, je nach Stärke der Pillen und ihrer Wirkung durch Brochüren oder Gespräche auf Risiken und Nebenwirkungen aufmerksam gemacht werden.
Ich denke, es wird im Laufe der Zeit immer mehr Probleme mit den Pillen geben, da sie von manchen Menschen einfach missbraucht werden. Es wird viele geben, die an ihnen zu Grunde gehen werden. Die Entzugskliniken werden boomen und dann wird der Umschwung kommen. Den Leuten wird bewusst werden, dass sie so einiges verändern müssen. Sie werden wieder zu natürlichen Heilmitteln zurückkehren und versuchen, ihr Leben erneut in den Griff zu bekommen. Ich vermute fast, es wird irgendwann einmal die Ära der Lebenstrainer kommen. Mönche werden als Vorbilder für eine ruhigere und bewusstere Lebensweise dienen. Das Berufsleben wird weiterhin stressig bleiben, aber ich bin jetzt einfach einmal so naiv und denke, die Menschen werden irgendwann anfangen, bewusst Ruhe in ihr Leben zu bringen. Ich wage sogar zu behaupten, es muss so kommen, denn ansonsten wird das System der Krankenversicherung und Lebensvorsorge zusammenbrechen. Die Leute würden als Wrack enden und das Immunsystem wird zusammenbrechen. Hoffentlich lassen wir es nicht so weit kommen, aber wenn wir lernen, dass man Emotionen und Reaktionen des Körpers mit Pillen ausschalten kann, werden wir irgendwann vor Erschöpfung und seelischen Problemen tot umfallen.
Innerer Monolog:
Situation: Tamara sitzt im Bus. Neben ihr nimmt ein junges Mädchen Platz. Nach einiger Zeit läutet das Handy des Mädchens. Es ist ein Erinnerungsläuten. Das Mädchen holt eine Dose mit Appetitzüglern aus ihrer Schultasche und nimmt diese ein.
Das Mädchen ist doch maximal sechzehn Jahre alt und dick ist sie auch nicht. Gut, sie hat vielleicht ein paar Kilo zu viel und hier und da ein paar Fettpölsterchen, aber diese Diätpillen hätte sie nicht nötig. Sie bräuchte nur ein wenig Sport betreiben und eventuell ihre Essgewohnheiten ändern. Aber diese Pillen sind definitiv der falsche Weg… Gut, er ist einfach, aber man kommt damit in einen Teufelskreis. Wenn sie die Pillen absetzt, dann wird sie sicher wieder zunehmen… Anderer seits wäre ich auch froh über ein paar Kilo weniger, und wenn Pillen dabei helfen ohne viel Quälerei und Hunger abzunehmen, dann wäre das echt super. Aber einfach so Pillen nehmen, wenn man auch auf natürlichem Weg abnehmen kann? Wenn ich ehrlich bin, so bin ich auch nicht viel besser. Ich nehme täglich ein paar Vitamine und Magnesiumpillen zu mir… Eigentlich könnte ich diese Stoffe auch durch Essen bekommen. Einfach mehr Obst essen. Aber ich nehme sie trotzdem… Ach quatsch! Vitaminpillen sind doch etwas ganz anderes. Oder doch nicht?